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Webmitteilung vom 24. Juni 2026

Stadt Nienburg beschließt Fahrspur für Elterntaxis

In der Sitzung des Stadtrats der Stadt Nienburg vom 24. Juni 2026 hat die Politik mit Mehrheit beschlossen, an der Grundschule am Bach im Bereich des Parkplatzes eine Fahrspur für Elterntaxis einzurichten. Man wolle so die Sicherheit der aussteigenden Schülerinnen und Schüler verbessern, hieß es in einem Redebeitrag von Herrn Warnecke (SPD). Es gäbe immer wieder chaotische Zustände durch den Bring- und Abholservice, z.T. mit recht aggressivem Gebaren von Eltern. Herr Hausschild (CDU) wies darauf hin, dass man sich auch im Ortsrat, mit der Schule und den Elternvertretern umfassend ausgetauscht habe, auch mit Polizei und Verkehrswacht. Für den Schülerverkehr zu Fuß und mit dem Rad aus Holtorf und Erichshagen gäbe es sichere Zuwegung, u.a. durch die neue Brücke über den Führser Mühlbach zum neuen Wohngebiet. Im Bauausschuss hatte Herr Altmann (SPD) gegen die Maßnahme ausgesprochen. Der Beschluss gehe in die falsche Richtung.

In der Sitzung des Rates sprachen sich jeweils in Beiträgen Herr Wesemann (WG) und Herr Spange (Grüne) gegen das Projekt aus. In der Abstimmung lehnten elf Radtsmitglieder die Maßnahme ab.

Auch wir sind der Meinung, dass lange nicht alle Optionen zur „Regelung“ des Elterntaxiverkehrs ausgeschöpft wurden. „Dafür hätte man ein unabhängiges Fachbüro“ beauftragen können, so Berthold Vahlsing vom ADFC. Wir hatten bereits 2016 mit dem damaligen Fahrradverkehrsbeauftragten der Stadt Vorschläge unterbreitet. Man sah seinerzeit wie auch heute die Leichtigkeit des Verkehrs, gemeint ist von der Verwaltung dann immer der Kraftfahrzeugverkehr, gefährdet. Der Gesetzgeber auf Bundes- und Landesebene habe eher den Fuß- und den Fahrradverkehr im Focus.

„ Natürlich hätten auch wir aktualisierte Vorschläge in einer vernünftigen Diskussionsrunde unterbreiten können“, so Vahlsing weiter. „In unseren Reihen haben wir eine Reihe von erfahrenen Radfahrern und Experten mit beruflichem Hintergrund aus der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.“

In einem Brandbrief kurz vor der Sitzung haben wir auf die zu erwartende Zunahme des Hol- und Bringdienstes mit dem PKW hingewiesen (üblich bei Verbesserungen für den Kfz-Verkehr) und natürlich auf die erheblichen Gefährdungen bei der Querung der Fahrbahn (Waldstraße) vor der Schule für Schülerinnen und Schüler zu Fuß und mit dem Rad. Weitere Maßnahmen sind dort leider nicht vorgesehen. Sie haben das Nachsehen.

Die Verbesserung zur Erreichbarkeit der Schule mit Elterntaxis stehe übrigens auch im Widerspruch zum „Integrierten Mobilitätskonzept“ der Stadt Nienburg, das in derselben Sitzung beschlossen wurde, schreibt der ADFC.

Die Kosten für die Baumaßnahme Elterntaxifahrspur wurden in der Vorlage mit gut 133.000 € angegeben.

 


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